Ausflüge an den Wochenenden

1 Jun

Um den Bundesstaat Veracruz (und Puebla) besser kennen zu lernen, war ich im Mai quasi jedes Wochenende unterwegs. Nie alleine, ganz im Gegenteil, immer in netter, großteils mexikanischer Begleitung. Bernhard zählt ja auch schon als Halb-Mexikaner ;-)

Die Reiseziele im Überblick waren:

- Naulinco: ein verträumtes Städtchen unweit von Xalapa. Bekannt vor allem durch seinen Handel mit Lederwaren, quasi jedes Geschäftl verkauft Schuhe!! Frauen aufgepasst… :-) Hat auch einen tollen Aussichtspunkt über den Dschungel.

- Jalcomulco: Ein Wochende später gings mit Olivia (bei der wir einen Tag zuvor super Calamari gegessen hatten… mmmhh) und Caterina aus Kanada nach Jalcomulco um in einem Temascal zu entspannen. Das ist eine Art Sauna, die mit heißen Steinen aufgeheizt wird und von den Indígenas erfunden wurde. Sehhhr entspannend. Vorher reibt man sich mit einem schwefelhaltigen Schlamm ein (wieder einmal :-) ) und dann schwitzt man. Abkühlung gabs aus der kalten Dusche, denn das Wasser im Fluss war auch warm!!

- Chachalaca: was für ein Name :D Ein Badestrand der Mexikaner am Golf von Mexiko. Alejandro lud uns spontan ein im Auto dorhinzufahren. Entspannend, wenn auch der Strand voller Leute und vorbeiziehender Mexikaner, die alles mögliche verkaufen wollten, war. Cool war, dass der Strand quasi eine Halbinsel war, denn dahinter mündete ein Fluss ins Meer. Also die doppelte Abkühlung!

- Salvador Diazmoron: Auf Einladung von Ruth gings auf den Bauernhof (rancho) ihres Onkels. In diesem sehr abgelegenen Kleindorf mitten im Dschungel scheint jeder mit jedem verwandt und bekannt zu sein. Nach kurzen Berührungsängsten mit den Ausländern (nein, wir sind keine Amis!! :-) ), waren wir die Helden des Dorfs. Wir waren ja anscheinend auch die ersten nicht Einheimischen dort… Jeder wollte uns schließlich kennen lernen und uns zum Essen einladen, fast schon zu viel der Höflichkeit. Sehr eindrücklich, wenn man ihre primitiven Lebensumstände kannte und die Bereitschaft spürte, dass sie einfach alles an ihre Gäste geben würden. Auch nutzten wir die Natur in vollen Zügen zum Reiten, Schwimmen und Wandern. Darüberhinaus war gerade Kirtag im Dorf anlässlich ihres Schutzheiligen, weshalb wir auch mitfeiern durften.

- Teziutlan: Auf Einladung von Luis und Ana-Laura gings schließlich vorletztes Wochenende nach Teziutlan, Puebla und ein Stückchen weiter in das Heimatdorf von Luis. Dort feierte seine Cousine ihren 15.Geburtstag. Dieses Fest „quinceaños“ ist in Mexiko ein Riesenspektakel, wo das ganze Dorf mitfeiert, etwa wie eine Hochzeit bei uns. Es ist quasi das Eintreten ins Erwachsenenalter. Das erste Mal konnte ich leckere Mole probieren, ein Spezielgericht (besser gesagt eine Soße, die unter xx Zutaten auch Schokolade enthält) aus Puebla. Mhhh. Tags drauf wurde ich weiter kulinarisch verwöhnt, später Dorfrundgang (unter anderm gibts dort mitten im Grünen eine Universität!!) und schließlich Stadtrundgang in Teziutlan.

- Pico de Orizaba: Dieses Wochenende gings mit Abraham, Alejandro und Bernhard nochmals nach Córdoba, um am Samstag in seiner bequemen Camioneta in Richtung Pico de Orizaba zu starten. Der durchwegs noch aktive Vulkan ist mit 5.700m der höchste Berg Mexikos. Wir erreichten mit dem Auto bereits 4.000m, was meinem Kreislauf nicht besonders gut tat. Die Wanderung musste somit stark abgekürzt werden. Aber auch so konnten wir atemberaubende Blicke und Fotos machen. Am Sonntag entspannten wir an einem Fluss nahe Córdoba mit superklaren, azulblauen, eisig kalten Wasser. Cool war, dass wir direkt an dem Ursprung des Flusses (aus den Felsen) baden konnten.

Ganz schön dichtes Programm wie ihr seht. Aber ich muss auch meine restliche Zeit hier ordentlich ausnützen. Die Prüfungszeit ist jetzt Gott sei Dank vorbei. Die letzten beiden Wochen waren dadurch stressig, vor allem die schriftlichen Abschlussarbeiten in den Gruppen haben ziemlich viel Nerven und Zeit gekostetet, weshlab ich die entspannenden Wochenenden dringend brauchen konnte. Die nächsten beiden Wochen werde ich noch in Xalapa bleiben, bevor ich noch eine gute Woche mit Bernhard, und Abraham, und wer weiß wer noch nach Oaxaca reisen werde. Und dann gehts ganz bald schon wieder nach Hause… mit einem lachenden und einem weinenden Auge! Bis bald.

Uni-Praktikas

7 Mai

Da ich ja nicht auf Urlaub hier bin (zumindest die meiste Zeit) – hier ein Best-of von meinen Arbeiten am Land. Es beginnt mit einigen Fotos, als wir ein Video drehten zum Thema „Natürliche Ressourcen“ im speziellen über Orchideen. Danach folgen Fotos aus dem Bodenkunde-Praktikum, und zwar von dem Tag als wir Bodenproben nahmen, um sie dann später im Labor zu analysieren. Weiter unten seht ihr Fotos von den Ausflügen aus „Nachhaltiger Entwiklung“. Einmal waren wir in einen Dorf namens Paisano, um uns eine Uni-Projekt der UV anzusehen, das die Errichtung von Plastik-Tunnels zur Gemüseproduktion begeleitet hat. Wir durften aber auch kräftig mitanpacken! Die letzten Fotos sind von Xaltipanapa wo ich mit meiner Gruppe mein Projekt zur Nachhaltigen Dorfentwicklung ausarbeite. Das war sozuagen die Bestandsaufnahme mit Rundfahrt auf ihren Feldern und Interviews mit Landwirten.

So, jetzt ist euch hoffentlich klar, dass ich nicht nur zum Vergnügen hier bin! ;-)

Osterreise

28 Apr

Am 11.4. trudelten Katrin, Harry, Lisa und Andi ein um sich mit mir für zwei Wochen ins Abenteur zu stürzen. Der Plan war (und wurde auch so ausgeführt), dass wir von Xalapa mit etlichen Zwischenstopps nach Cancún gondeln, wo sie den Heimflug gebucht hatten.

Nachdem am 12.4. noch eine Prüfung in meiner Fakultät angesagt war, mussten sie sich noch bis am Nachmittag gedulden, was sie für einem Museumsbesuch hier in Xalapa nutzten. Buskarten waren von mir schon vorher besorgt worden, weshalb wir uns gleich dirket zum CAXA, dem Busbahnhof in Xalapa, aufmachen konnten. Von dort gings erst einmal nach Catemaco…

Catemaco liegt an einem See und hatte eine traumhafte Landschaft zu bieten. Nicht umsonst heißt dieses Gebiet „die grüne Hölle Mexikos“. Dazu kam unsere geniale Unterkuft (dank meinem super Reiseführer – hier ein Dankeschön an Stephan Loose :-) : Komfortable Holzhütten mitten im Dschungel, direkt am See. Inkludiert in unserer Übernachtung waren Schlammpackungen, Kayak fahren, Dschungelführung (war sehr spannend, gell :-) – was wir natürlich alles ausnutzten. Außerdem konnten wir voll und ganz die Natur genießen: Wir bekamen diverse Vögel, Krokodile und Affen zu gesicht. Die ansäßigen Brüllaffen konnten wir jeden Tag frühmogens hören. Nach zwei Tagen war es leider schon vorbei, und es ging im Nachtbus nach Palenque.

Obwohl ich schon einmal dort war, wurde es nie fad- ganz im Gegenteil. Wieder schliefen wir in cabañas, diesmal schon viel komfortabler. Am ersten Tag machten wir uns auf zu den Wasserfällen. Im Agua azul konnten wir ein ausgedehntes Bad nehmen, was bei der Hitze und bei den bereits hinter uns liegenden Reisestrapazen dringend notwendig war… Leider gab es die versprochenen Maiskolben nicht, angeblich war keine Saison mehr (was ich mir bei den häufigen Maisernten (bis zu 5 im Jahr) jedoch nicht vorstellen kann…) Am zweiten Tag besuchten wir die Ruinen. Glücklicherweise trafen wir auf eine deutsche Reisegruppe mit Führer, die uns nach kurzem Verhandeln :-) mitnahmen. Das erparte uns das Übersetzten… Außerdem war der Führere sehr kompetent und lustig, was die 5 Stunden wie im Flug vergehen ließ. Ein Botaniker und Archäologe, was für eine tolle Mischung :D

Die nächste Nacht verbrachten wir wieder im Bus, diesmal gings nach Mérida, der Hauptstadt von Yucatan. Mit unserer Budget-Unterkunft hatten wir, wieder dank Reiseführer, auch Riesenglück. Freundliches Personal, super Innenhof mit Pool. Auch wenns ein paar Überraschungen mit Insekten diverser Arten geben sollte, gell Lisa. :-) Die Stadterkundung machten wir mit dem Bus, der uns einen tollen Eindruck von der kolonialen, stilvollen Stadt gab. Tags darauf gings früh (zu früh!!) los nach Celestún, wo man via Boot den großen Nationalpark erkunden kann. Wir konnten so Mangrovensümpfe, Flamigoscharen und Wasserquellen mit glasklarem Süßswasser sehen. Die verbleiben Stunden verbrachten wir am Strand- endlich war ich mal im Golf von Mexiko baden!!

Weiter gings in einer Tagestour von Mérida über Chichén Itzá nach Tulúm. Die Ruinen von Chichén Itzá waren beeindruckend, auch wenn der englischsprechende Führer Carlos ein bisschen was von einer Quasseltante hatte. Daneben bekamen wir etliche Leguane zu Gesicht.

In Tulúm hatten wir wieder Lust auf Cabañas, wobei sie diesmal leider etwas heruntergekommen und die Führung schleißig war. Ein tolles Restaurant am Strand und der Strand ansich machte das aber wieder wett!! Nach Ruinenbesichtigung (eher fad) entspannten wir den Nachmittag über so richtig am Strand… Die letzte Busfahrt brachte uns dann nach Cancún.

Das Cancún das Lieblingsreiseziel der Amis in Mexiko ist, ist augenscheinlich. Kaum jemand spricht einem hier (wenn man so aussieht wie ich :-) auf Spanisch an! Auch wenn man ausdrücklich sagte, dass man eh Spanisch kann, wollten sie ihr teils gebrochenes Englisch unter Beweis stellen. Naja, das macht halt der Tourismus. Hier verbrachten wir tolle Tage am Strand mit allem was dazugehört: Speedboat fahren, Schnorcheln am Riff, Einschleusen in den VIP-Bereich eines Hotels :D :D und natürlich Jet-Ski fahren, damit auch Harry und Andi ihre Urlaubswünsche erfüllen konnten :-) Tja und dann wars schon Samstag und die (fast) zwei Wochen waren vorbei. Der Abschied war kurz und schmerzlos, schließlich komme ich ja schon bald nach.. Ende Juni..

Mir blieb noch ein Tag, den ich auf der Isla Mujeres, einer vorgelagerten Insel vor Cancún verbrachte. Das tolle dort war, dass ich (ohne es eigentlich zu wollen) auf eine Halbtagestour auf ein Boot mitfuhr, wo wir schnorchelten (wahnsinnig tolles Riff, mit allen Farben und Fischen, aber starke Meeresströmung…) danach in ein super Fisch-Restaurant fuhren und schließlich auf einem einigermaßen verlassenen Strand landeten. Die Insel ist übersät von Touristen, die meisten sind aber Mexikaner, was angenehmer war- endlich mal wieder Spanisch reden… :-)

Wie gesagt ein perfekter Urlaub ging zu Ende und nun starte ich voller Energie in die letzten Uni-Wochen. Es verbleiben vier weitere, danach kommt schon die Prüfungszeit. Merke aber schon, dass in nächster Zeit viel Arbeit auf mich zukommen wird, weshalb ich froh bin, dass meine Akkus voll aufgeladen sind. :-)

Freu mich auf eure Kommentare und sende euch viele liebe Grüße

Besuch aus der Heimat

3 Apr

Und nach diesem tollen (verlängerten Wochenende) mussten wir uns dann Montagnachmittag wieder verabschieden. Da kamen die Emotionen natürlich bei allen zum Vorschein… Hab mich sehr über den Besuch gefreut und mitgefreut, dass es auch den Ladies so viel Spaß gemacht hat. Gratulation, dass ihr es bis zum Ende der Tour durchgestanden habt! Das war echt hardcore Sightseeing!!

Liebe Grüße

Baja California

25 Mrz

Sicher eines der absoluten Highlights waren die fünf Tage in Baja California. Für alljene, denen das nichts sagt, B.C. ist eine der zwei Halbinseln von Mexiko und zwar in der Verlängerung vom Bundesstaat Californien (USA) nach Süden. Interessant deswegen, weil es sehr dünn besiedelt und das Klima sehr trocken ist. Man kommt sich teilweise vor wie im Outback von Australien. Zu sehen bekommt man unter anderen jede Menge Kakteen, in den verschiedensten Farben und Formen, und von Dezember bis April mit ein bisschen Glück Grauwale. Sie kommen in diesen Monaten vom Polarmeer hierher, um in den warmen, seichten Gewässern ihre Jungen zur Welt zu bringen. So, und wenn man das so liest und so nahe ist wie ich momentan, dann war klar, dass ich da hinmuss…

Und nachdem ich nicht alleine war mit meinen Plänen (ganz im Gegenteil; eigentlich hat mich Babs ja drauf gebracht) – war der Fall klar. Nachdem ich dann Babs am 13.3. nach ihrem langen Flug aus der Schweiz in Mexico city abgeholt hatte, gings am nächsten Tag mit dem Flieger weiter nach La Paz. Das ist die Hauptstadt von Baja California Sur (Südlicher Bundesstaat B.C.). Dort am Flughafen durften wir erstmals Bekanntschaft mit Herby machen, unserem Mietauto für die künftigen 5 Tage.  Da wir einen straffen Plan hatten und viel zu wenig Zeit, gings gleich am selben Tag noch weiter nach Ciudad Constitución (ca 200km) – einem verschlafen kleinen Dorf mitten in der Wüste. Schon in den ersten Stunden Fahrt waren wir total überwältigt von der Landschaft, der Straße auf der es kaum Verkehr gibt, der Einsamkeit…

Am nächsten Tag gings Früh weiter (eigentlich wie jeden Tag ;-) ) nach Bahía Magdalena. Eine Bucht an der Westküste der Halbinsel, die südlichste Möglichkeit um Wale zu Gesicht zu bekommen. Es ist der am wenigsten bekannte Ort für Wal-Touren, weswegen wir uns dort erst einmal durchfragen mussten, ob denn jemand mit uns aufs Meer rausfahren will / kann. Nach ein paar Minuten war aber alles palletti. Wir bekamen eine „Privatvorstellung“ nur der Captain, Babs, ich und ein Ami mit mexikanischen Wurzeln, der uns mit seinem furchtbaren Ami-Englisch Gschichtln reindrücken wollte. So wollte er uns z.b. einen Reiher als Storch verkaufen :-D Wir sagten uns, besser genießen und selbst eine Meinung bilden! Ja und nach ca 20min Fahrt bekamen wir dann schon die ersten beiden Wale zu sehen. Eine Mutter mit einem Jungen. Es waren wirklich sehr beeindruckende Momente; irgendwie fühlt man sich den Tieren verantwortlich, wenn man ihnen so nahe ist. Die Boote scheinen sie echt nicht zu stören, ganz im Gegenteil sie zeigten sich durchaus spielbereit und machten sogar Rollen im Wasser für uns. Dann gings weiter Richtung offenes Meer, sprich Pazifik, wo wir viele Wale immer wieder auftauchen sahen, jedoch kamen wir nicht nahe ran. Deswegen zeigte uns Captain Arón eine Pelikan- und Kormorankolonie, die sich in den extrem fischreichen Gewässern hier wie im Garten Eden fühlen müssen. Die Fischer nützen das natürlich aus, da sie so immer wissen, wo sich die Fischschwärme in der Bucht aufhalten. Auf dem Rückweg gab es dann noch das gran Finale. Noch einmal legte sich ein Grauwal so richtig ins Zeug und zeigte uns all seine Kunstwerke. Später kam noch eine Mutter mit Jungem dazu. Das Beeindruckenste war wohl, als ein Wal direkt unter unser Boot durchgetaucht ist… Wahnsinn!

Wieder an Land gings - nach einem köstlichen Garnelen-Mittagessen – weiter Richtung Nord-Osten. Die gerade Straße in der Ebene änderete sich nach und nach in eine Gebirgsstraße- kurvig mit Berg- und Talfahrten. Wir durchquerten das Gebirge im Osten der Halbinsel und konnten mit der tiefstehenden Sonne wunderbare Eindrücke einfangen. Den Stopp legten wir in Loreto ein, wo wir bereits bei Dunkelheit ankamen.

Am nächsten Morgen wieder das gewohnte Schauspiel, früstücken (diesmal bekam ich Frühstück ans Bett, da Babs schon wieder sehr zeitig aufstand…) und rein ins Auto. Diesen Tag wollten wir gemütlich verbringen, deshalb suchten wir uns in den Buchten nahe Mulegé einen Platz zum Baden. In den verlassenen Buchten liegen wohl die schönsten Badeorte der Welt, nur einige Dauercamper aus den USA und Canada stören die Ruhe. Doch auch sie stellten sich schließlich als sehr nett und gesprächsbereit heraus. Während wir schwammen und relaxten, konnten wir auch Delphine in der Bucht sehen, die hier regelmäßige Besucher sind. Wie im Traum!

Weiter gings zu einem Hotel, das nicht im Reiseführer stand, sondern eine Freundin im Reisebüro Babs empfohlen hatte. Dafür nahmen wir auch 18km Schotterstraße in Kauf. Der Vorteil war, das wir ganz allein auf der Strecke waren und so noch tolle Fotos von den Kakteen machen konnten – Herby parkten wir einfach auf der Straße :-) Tja und das Hotel lies wirklich keinen Wunsch offen! Direkt am Meer, mit Pool, total ruhig, und das beste: wir waren die einzigen Gäste!!! :-) Wir genossen so richtig die Stille. Noch einmal Schnorcheln im Meer und Abendessen im Freien bei Sonnenuntergang! Fast schon zu romantisch. Aber wers mal richtig kitschig schön haben will, für den ist die „posada de las flores“ der Tipp!

Der daruffolgende Tag wurde zum Autofahr-Tag. Wir beschlossen die Heimreise (ca 550km) an einem Tag zu machen, damit wir den Freitag noch gemütlich in La Paz verbringen konnten. Gesagt, getan. Auf der Strecke machte wir einen Halt bei einem einladenden Restaurant, wo wir wieder einmal gleich ins Gespräch kamen mit den Einheimischen. Sie waren sehr froh, dass sie wieder einmal Gäste bedienen konnten. Der Tourismus läuft im Moment sehr schlecht für die Region, einfach wegen dem schlechten Ruf, den Mexiko momentan hat, der aber für B.C. gar nicht zutrifft! Gleich nebenan gabs Organen und Mandarinen aus dem Ort zu kaufen, dieser Versuchung konnte ich nicht widerstehen. Preiswert und aus der Region. So wurde der Koffer gleich angefüllt!!

Und nach einem gemütlichen Abendessen und Frühstück in La Paz gings am Nachmittag zurück im Flieger nach Mexiko city, wo wir auf die Besucherinnen aus Österreich trafen. Mehr dazu später – meine Finger brauchen jetzt einmal Pause!! :-)

Liebe Grüße…

Die Umgebung von Xalapa

24 Mrz

Da sich meine Fotoordner schon häufen, werd ich jetzt mal fleißig nacharbeiten für euch. Schließlich will ich euch ja nichts vorenthalten. Es ist nur so, dass in den letzten Tagen/Wochen nicht viel Zeit übrig blieb. Mehr dazu später.

Bevor ich aber selbst Urlaub machte und noch bevor der Besuch eingetrudelt ist, war ich in der Umgebung von Xalapa unterwegs. Am Sonntag waren wir (Ruth und ich) in Xico, ein kleines verschlafenes Dorf, wo man selbstgemachten Kaffeelikör kaufen kann und zu Wasserfällen wandern kann. Außerdem konnten wir beim Vorbeispazieren einen Blick auf die landwirtschaftlichen Plantagen werfen, Kaffee und Bananen. Nachdem wir dort auf Bernhard und Carlos getroffen sind, gings gemeinsam zum Mittagessen (Chile rellenos) und zu einem Kaffee nach Coatepec, wo wir auch Carlos beim Orgelspielen zuhören durften :-)

Am Tag darauf wurden wir zum Entspannen verführt. Ruth hat uns eingeladen mit ihrer Familie gemeinsam zu heißen Thermalquellen nach Carrizal zu fahren, um zu relaxen. Das kam uns eigentlich gerade recht. Nur leider brannte die Sonne vom Himmel, weshalb wir uns auch im nahegelegenen (und frei vom Thermalbad zugänglichen!!) Fluss abkühlen mussten. Die Mexikaner selbst haben dort gleich einen Dauerbadeort auf einer Wehr angelegt, die sie auch als Straße nutzen (siehe Foto)!

Die nächste Einladung war von Amelia, einer Bekannten aus Orizaba. Eigentlich sollten wir gemeinsam mit einem Professor von der Uni, der Spezialist ist für heimische Bräuche, zu einem Dorf fahren (Coyolillo, Actopan) um beim Karneval dabeizusein. Leider hat der Professor dann aber abgesagt und als wir zu viert dort ankamen, mussten wir feststellen, dass der eigentliche Karneval erst einen Tag später war :-( Bienvenidos a México!! Aber es wär auch nicht Mexiko, wenn es nicht eine positive Seite gäbe. Im Bus lernten wir eine nette Senorita kennen, die uns gleich zu sich nach Hause zum Essen einlud. Ihr Vater ist sozusagen der Künstler im Dorf, der die ganzen Holzmasken für den Karneval herstellt. Die hat er uns dann auch voller Stolz gezeigt. Das Interessante ist, dass sich dort mexikanische Bräuche mit afro-karibianischen vermischen. Das kommt von der Zeit, als es hier viel Schwarze als Sklaven gab. Daher auch die schwarzen Masken. Später sind wir dann auf einen Berg spaziert (durch Mango-Bäume!) und zum Schluss konnten wir noch bei einem afrikanischen Tanzkurs dabeisein, der anlässlich des Karnevals für die Einheimischen veranstaltet wurde.

So weit, so gut. Jetzt geh ich weiter Fotos sortieren und in Kürze gehts weiter.

To be continued…

Ich versteh nur Spanisch…

21 Feb

. …und das ist auch gut so.

Ja, die Uni hat mich wieder. Anfangs ist hier natürlich alles interessant, weil neu und anders, und trotzdem heißt es jetzt „trabajo“ und erst einmal Schluss mit Ausspannen! Nach einer stressigen Eingangsphase in der ersten Woche habe ich mich jetzt auf meine Kurse festgelegt. Die habe ich nach Fachgebiet und nach dem Verständnis des Professors ausgewählt. Da fielen nämlich gleich einmal diejenigen weg, die schnell und leise sprechen… :-) Bin jetzt sehr zufrieden mit meiner Auswahl, komm auch ganz gut mit im Unterricht, was mich schon sehr freut.

Wie gesagt, alles ist anders. Wir sind so ca 15-25 Studenten pro Klasse. Ja, wirklich Klasse. Ich bin mit Abstand der älteste, da es Kurse aus dem Niveau „licenciatura“ (etwa Bachelor) sind.  … und es gilt Anwesenheitspficht und am Ende jeder Stunde heißt’s dann auch noch „Hausübung bis zum nächsten Mal!“ Also nix mit Abschalten, sonder Vorbereiten! Meistens müssen wir kurze Referate ausarbeiten, Pubikationen diskutieren etc. Und die Kurse verlaufen halt viel interaktiver mit Diskussion und ständiger Mitarbeit von unserer Seite. Auch interessant. Lustig ist auch, dass ich der einzige Auslandsstudent auf meiner Fakultät bin, weswegen mich auch schon alle Profs und Studenten kennen. Die meisten anderen Ausländer machen Kurse im Bereich Humanwissenschaften und Sprachen.
Ich mache einen Kurs im Bereich Bodenkunde. Der Professor ist mein Favorit!! Immer gut gelaunt und super Fachwissen und guter Vortrag. Wir werden auch Feldarbeiten, sowie Laborarbeiten machen. Der zweite ist sehr interaktiv. Da gehts um die natürlichen Ressourcen von Mexiko und deren Schutz. In Kleingruppen beschäftigen wir uns mit einer Kulturart und arbeiten u.a. ein Info-Folder aus und drehen auch anscheinend ein Video mit heimischen Bauern. Der dritte handelt von Nachhaltiger Entwicklung. Da werden wir sehr viel draußen sein, ich erhoffe da viel von der Landwirtschaft live mitzubekommen, um auch einen Einblick in die ländlichen Entwicklungs-Strategien zu bekommen.

So weit so gut. Natürlich bleibt auch noch Zeit für ein bisschen Freizeit und Privatleben. Meist sitzen wir am Abend gemütlich mit unseren mexikanischen Freunden zusammen und verbessern unser Spanisch! Da bietet es sich meistens an, eines der unzähligen kleine Restaurants aufzusuchen, die mexikanische Schmankerln gut und günstigst anbieten. Mehr als 3€ zahlt man selten für ein Abendmenü!! Gestern war ich tagsüber im Nachbarort Coatepec, der wegen der ausgehdenten Kaffeeplantagen bekannt ist. Sehr nettes Plätzchen mit viel Atmosphäre. Naja, und ab und zu darf natürlich eine Fiesta auch nicht fehlen. :-D Gestern wurden wir von unserer Mitbewohnerin eingeladen mit ihren Musikkollegen zu feiern- endlich mal Leute die Österreich nicht mit Australien verwechseln!!! Ja, und dann ziehen die Mexikaner halt gerne weiter von einem zum anderen Haus, und eh man sichs versieht ists wieder hell! Viva la fiesta mexicana!!!

So, und jetzt stürz ich mich noch ein bisschen über meine Skripten. Morgen steht wieder eine Präsentation auf dem Programm. Das Wetter ist übrigens grad toll. Etwas frisch am morgen, und am Tag so ca 25 Grad bei Sonnenschein. Hoffe ihr seid nicht zu sehr eifersüchtig. Ich vermisse dafür den Schnee ein bisschen… ab und zu zumindest… :D

Hasta luego!

Fotos von Veracruz und Chiapas

31 Jan

Hier Fotos und Kommentare zur Rundreise von dieser Woche mit Jerome:

Amüsante Details

20 Jan

Da ich ja noch wenig über die großen Unterschiede in der Leibensweise geschrieben habe, gebe ich euch hier ein paar interessante Details:

VERKEHR
… sicher das, was einem als erstes ins Auge springt.
Die Straßen sind immer voll mit Autos. Das Öffis System ist nicht durchdacht und die Busse sind aus dem vorvorigen Jahrhundert (zumindest meiner Meinung nach… :-) . Daher gibt es ca 100.000 Taxis in der Stadt (auch wieder nach meinem Gefühl), was praktisch ist, wenn man wohin will, aber andererseits dauert zu verstopften Straßen führt. Kurios ist auch, das die Taxis immer dieselbe Farbe haben wie die regierende Partei des Bundesstaates. So mussten sie vor einigen Jahren alle von grün auf rot umgepinselt werden!
Auf den Kreuzungen gibt es wenig Regeln. Eine rote Ampel kann schon einmal überfahren werden. Es gilt: Wer am meisten hupt oder die Lichthupe betätigt, hat Vorrang!!! Deshalb werden die wichtigsten Kreuzungen zusätzlich von Polizisten geregelt. Falls man einmal länger warten muss, gibt es oft Animateure an den Kreuzungen, die die lustigsten Sachen aufführen.
Fußgänger haben sowieso immer aufzupassen. Der Gehsteig kann schonmal lückig sein oder überhaupt fehlen. Außerdem wird der Fußgänger-Vorrang von den Autofahreren meist missachtet. Also links rechts schauen- und rüberlaufen.

GESCHÄFTE
Es gibt unzählige, sympatische Krämerein. Handwerke, die es bei uns am Anfang des vorigen Jahrhunderts gab, sind hier gang und gebe. Da Mexikaner eher vorsichtige Leute sind und das Gesundheitssystem schlecht ist, decken sie sich gern mit Medizin ein. Es gibt daher an jeder Ecke Apotheken der unterschiedlichsten Art, konventionell, biologisch, generika…
Was sie noch besonders gerne haben sind Schuhe. Man höre! Neben Schuhgeschäften legen sie auch besonders viel wert auf schön geputzte Schuhe, weswegen es überall Schuhputzer gibt. Da setzt sich der feine Geschäftsmann mit der Zeitung hin und wartet bis seine Schuhe wieder glänzen.
Und auch das Essen kommt nicht zu kurz. Die Mexikaner essen gerne auf der Straße. Daher gibt es kleine Stände, wo man Früchte, Fruchtsäfte, Tapos, und andere mexikanische Köstlichkeiten kaufen kann.

2. WELT
Daneben gibt es natürlich viele Sachen, die einem auch sofort ins Auge springen, weil nicht so nett. Mexiko gehört zu den Schwellenländern und ist daher in vielen Bereichen noch nicht zu fortgeschritten wie wir. Am meisten schockiert hat mich, dass es hier keine Mülltrennung gibt. Der gesamte Müll wandert (wenn nicht anderswo einfach weggeworfen) in große Plastiksäcke und wird vor den Häusern (!) deponiert, bis die Müllabfuhr das nächste Mal kommt. Da gibts echt noch viel Verbesserungspotential.
Und natürlich ist die soziale Schere breit. Es gibt viele arme Leute, speziell am Land ist das Einkommen extrem gering. Daneben sieht man luxuriöse Villen, die mit hohen Zäunen abgeschirmt sind und wirken als gehörten sie nicht hierher.

Auf den Fotos seht ihr u.a. den „Parque Ecológico Macuiltépec“, einer der berühmtesten Parks von Xalapa. Er liegt auf einer Erhöhung der Stadt, die ein ehemaliger Vulkan ist. Der Park ist mit Pflanzen aus dem Regenwald voll und bietet herrliche Blicke über die Stadt. Echt toll! Da muss man mochmal hin…

Sonst habe ich heute meine Kurse auf der Fakultät zusammengestellt und warte schon sehnsüchtig auf den Start. Bis bald!

Córdoba

17 Jan

Obwohl hier kein grandioser Fußball-Sieg stattgefunden hat, ist diese Stadt grandios und voller Geschichte….

Zum Beispiel wurde 1821 hier die mexikanische Unabhängigkeit von Mexikanern und Spaniern unterzeichnet. Vorher waren die Spanier aber sehr present hier, weshalb man sie auch Stadt der 30 spanischen Familien (ciudad de los treinta caballeros), was auf deren Gründer hindeuten soll.

Dank Abraham, einem Wohnungskollege von mir und Bernhard, konnten wir (Bernhard, Jerome, Abraham  und ich) ein super Wochenende dort verbringen. Schon auf der (etwas holprigen) Busfahrt konnten wir das erste Mal so richtig die Natur hier bewundern. Jungel pur! Wir wurden dann supernett bei seiner Familie aufgenommen und konnten in ihrem luxeriösem Haus übernachten. Er chauffierte uns das ganze Wochenende in seiner camioneta zu den wichtigsten Spots:

Freitag: eigentlich nur gemütliches Abendessen im Stadtzentrum und später ein paar Drinks in einer Bar samt Freunden von Abraham

Samstag: Im  Bus nach Cordoba haben wir dann Victor kennen gelernt, der uns kurzum nach Orizaba (Nachbarstadt) eingeladen hat. Er dirgiert dort ein Orchester (das wir leider verpasst haben…) und spielte für uns den Stadtführer. Supernett, ich hoffe das wir uns wiedersehen; er ist natürlich auch ein großer Fan von Österreich! :-) Beim Stadtrundgang konnten wir dann ein paar einheimische Tiere im Mini-Zoo betrachten, darunter Krokodile und ein Jaguar! Am besten hat mir aber die Wanderung auf den Hausberg (cerro del borrego) gefallen. Voll viel Natur und super Aussichten auf die Stadt und Umgebung. Abendprogramm: viel leider aus, da wir alle hundsmüde waren. Wir mussten uns ja noch von Victor und Co verabschieden, weshalb wir erst gegen zehn von Orizaba wegkamen…

Sonntag: Ausgiebiges Frühstück und danach noch schnell zu den Antennen der Stadt (sind nicht spannend, aber alle kennen sie, wegen des tollen Ausblicks von dort oben), wo wir noch einmal so richtig durch die Vegetation fuhren. Kaffee, Bananen, Zuckerrohr und vieles das ich nicht kenne wachsen hier. Dann schnell ab zum Busbahnhof.

So, und jetzt bin ich wieder Zuhause in Xalapa und bereite mich seelisch auf den Uni-Start morgen vor. Dachte mir ich aktualisier nochmal das Geschehene, bevors so richtig los geht. Heute ists hier sehr kalt, ich glaub in der Nacht werden wir nicht mehr als 5 grad haben. Hab schon alles an, was ich mithabe…

Hasta luego!

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